Ramiza Taranis zaubert Burek

Die Köchin des Tages macht für uns „Burek“

Ramiza Taranis (49 Jahre) aus Montenegro

Das Team besteht aus Ronny Möller und mir an der Kamera und Ramiza Taranis und natürlich den Mitarbeiterinnen des Ambulanten Hospizdienstes Neutstrelitz.

Bei dem Drei Gang Menü in Neustrelitz war unsere Vorspeise ein bosnisches Teiggericht von Frau Taranis, die vor 17 Jahren aus Montenegro nach Deutschland gekommen ist. Damals tobte in ihrem Land ein Krieg und mit Mann und den drei Kindern ging es dann nach Deutschland. Den Kontakt habe ich über den Ambulanten Hospizdienst Neustrelitz bekommen, denn vor zwei Jahren ist Frau Taranis an Krebs erkrankt und hat dort eine wichtige Unterstützung während Ihrer Erkrankung bekommen und wird noch heute begleitet. Den Krebs hat sie besiegt und ihre Lebensfreude ist ansteckend.

Die jetztige Fluchtwelle löst viele Erinnerungen bei ihr aus, aber im Gespräch erzählt mir Ramiza auch, dass sie in Deutschland zuhause ist, die Kinder haben ihr Abitur hier gemacht, studieren und ihre lieben Freunde, die sie auch durch die Krankheitsphase getragen haben, sind auch Deutsche. Also eine wunderbare Integrationsgeschichte und unser Glück, dass Ramiza immer noch so wunderbar traditionell kochen kann, denn „Burek“ ist ein tolles Gericht! Dieses Teiggericht eignet sich auch wunderbar für ein Buffetmitbringsel, denn es kann kalt und warm gegessen werde. Der Teig kommt ohne Hefe aus und ist schon vorbereitet. Nach dem ausrollen, könnten Sie in Ihrer Küche auch probieren ihn wie Ramiza durch die Luft zu wirbeln, aber rechnen Sie mit einigen Versuchen. Danach wird solange gezogen, bis die Tischdeckenunterlage vollständig von hauchdünnem Teig bedeckt ist.

Erstaunlicheweise bekommt der Teig nur bei uns Löcher, wenn wir es mal versuchen, aber die kann man vorsichtig wieder stopfen. Flüssige Butter macht den Teig etwas geschmeidiger und meine Neutstrelitzer Köchinnen stellen sich auch geschickter an als ich – es liegt also vielleicht an mir 🙂 Das ist schon eine echte Show und ich werde berichten, sobald ich das im Selbstversuch nachkoche!

Für die Füllung, die dann ganz am Rand mit einem Löffel aufgetragen wird wurden Hackfleisch und Zwiebeln separat gekocht und dann mit Ei und Schmand verfeinert, sowie Gewürzen. Danach kommt der Einsatz der Tischdecke, denn damit wird der Teig jetzt von außen nach innen aufgerollt. Das wird immer spektakulärer und die beiden anderen Küchenteams lassen kurzzeitig ihre Arbeit ruhen, um dem beizuwohnen.

Ramiza ist während des Kochens konzentriert, aufmerksam und trotzdem super präsent im Gespräch. Wir lachen viel und unsere Tischgespräche zeigen, was für ein humorvoller Mensch sie ist. Zudem ist sie tatsächlich überall und trocknet nebenbei ab, assistiert beim Tisch decken und fürs Foto dekorieren, amüsiert sich mit mir draußen beim Fotos machen, erzählt mit Stolz in den Augen von ihrer Familie und den guten Noten ihrer Kinder und verzaubert mich nicht nur mit ihrem Burek sondern mit dieser warmherzigen Art, der sicher schon viele Herzen zugeflogen sind. Ja, und dann muss ich fast wieder zum Sportmodus greifen, denn die Burekschnecken werden von ihr in einer Affengeschwindigkeit gemacht. Einmal hat sie dann doch Ramiza-Zeitlupe für uns gemacht und das ist das Ergebnis.

Ja, und dann noch ein bisschen Butter für die Hüfte und den Geschmack, ab in den Ofen und dann irgendwann kommen diese duftenden Backschätze aus dem Ofen und können mit Joghurt zusammen gegessen werden. Wer mag kann natürlich auch vegetarisch füllen, da ist der Favorit Spinat. Gegessen wird übrigens in Montenegro und auch bei Ramiza zuhause auch gerne mit Gästen. Die Gastfreundschaft und das Auftischen von Speisen bis sich der Tisch biegt ist normal und unsere deutsche Bescheidenheit in Ehren, wir sollten vielleicht ab und zu nicht nur ein Wasser wollen, sondern mal probieren, was es da noch so alles gibt. Gemeinsames Essen ist einfach toll! Während ich hier die letzten Zeilen schreibe, kocht meine Tochter gerade ein Abendessen für uns, das wir an diesem heißen Tag heute sehr spät essen werden – Tortilla gibt es, lecker.

Ja, liebe Neustrelitzer, das war eine wunderbare Begegnung und dafür danke ich sehr herzlich. Das Team Neustrelitz war nicht nur bestens gelaunt, sondern ein wunderbarer Gastgeber und wir waren sehr schnell miteinander vertraut. Superschön!

Im nächsten Beitrag berichte ich von einem außergewöhnlichen Tag in Thönse im Gasthaus Lege, wo gleich 7 Gerichte gekocht wurden.

Bis dahin,

Ihre Nici Friederichsen

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