Von Möhrensuppe und Kartoffelsalat

Der Kochpate Hinrich Schulze versucht sich an einem exotischen Möhrensüppchen und Felicitas Karsch serviert Kartoffelsalat

Das Team besteht aus Hinrich Schulze als Kochpate für das Rezept von Christine Stockstrom aus Hann. Münden (Vorsitzende Bundesverband Trauerbegleiutng e. V.) und Felicitas Karsch aus Göttingen.

Gekocht haben wir im Gasthaus Lege und hatten somit wieder unsere tollen Gastgeber Claudia und Hinrich Schulze, sowie unser Fotografinnendoppel mit Marita Heuchert und Edda Wilkening.

Nachdem das jetzt alles seine Ordnung hat, kann ich eins gleich vorwegnehmen. Das Möhrensüppchen habe ich selbst schon bei Christine Stockstrom nach einem arbeitsreichen Tag essen dürfen und habe es prompt danach auf einem Geburtstag nachgekocht, weil es so wunderbar mit dem Kokospesto harmoniert. Mit Curry abgeschmeckt ist dieses Süppchen natürlich kein typisch deutsches Rezept, aber das zeichnet uns ja auch aus – wir lieben die internationale Küche und sind offen für Neues. Hinrich war an diesem Tag ja reichlich in seinem Koch-Freigeist beschnitten, aber die Variante zwei Möhrenfarben zu kochen konnte ich ihm nicht verwehren. Somit war am Ende das Ergebnis geschmacklich und optisch sehr gelungen. Zusätzlich waren in der Suppe noch Kartoffeln und Sahne zu finden. Meine private Version hatte auch noch ein wenig Ingwer. Super gut zum Vorbereiten, um dann mit vielen lieben Menschen genussvoll zu löffeln. Bei Christine zuhause hat man jedenfalls das Gefühl willkommen zu sein und in ihrer Großfamilie ist es immer wichtig Rezepte zu haben, die einfach aber wirkungsvoll sind.

Christine Stockstrom gehört zu den Gründungsmitgliedern des Bundesverbands Trauerbegleitung e. V. und ist derzeit die Vorsitzende. Diese Arbeit ist ehrenamtlich und wird von ihr mit viel Herzblut und Fachkompetenz ausgeführt. Ein Teil des Erlöses der Broschüre geht an den BVT, um diese wichtige Arbeit weiter zu unterstützen. Der Bundesverband Trauerbegleitung e. V. ist in Deutschland der Dachverband für Trauerbegleitung und versteht sich als Interessenvertretung und Sprachrohr für Trauernde, Trauerbegleitende und Menschen in Lehre und Forschung zu Trauer. Trauer braucht Öffentlichkeit und dazu trage ich, selber Trauerbegleiterin, gerne bei.

Deswegen habe ich mich auch für ein zweites Gericht von einem zukünftigen BVT Mitglied entschieden, denn es ist ein „Erinnerungsgericht“, welches Felicitas Karsch für uns zubereitet hat. Der Kartoffelsalat nach dem Originalrezept ihres inzwischen verstorbenen Vaters. So wie sie den Salat heute zubereitet stand es 2011 in einer Mail. Felicitas brauchte das Rezept für eine Party und bei uns geht Kartoffelsalat ja immer als Mitbringsel. „Diesen Salat feiern immer alle, weil er so lecker ist“, sagt Felicitas und alle, die ihn probiert haben, konnten das nur bestätigen. Auch unsere Tischnachbarn aus Afghanistan und Syrien waren begeistert. Die Zutaten sind für uns bekannt, aber neben Kartoffeln, Eiern und Gurken machen diesmal die Tomaten und der Schmand eine geschmackliche Leichtigkeit.

Felicitas Vater hat zuhause viel gekocht und auch viele Tricks und Kniffe weitergegeben. Im Jahr 2013 ist er plötzlich verstorben. Jetzt bleiben die Erinnerungen. Bei jeder Party auf der dieser Salat steht, wird auch immer ein bisschen von ihrem Vater sein. Das ist auch ein Teil dieses Projektes. Wir tragen so viele Schätze in uns und viele sagen etwas darüber, wo wir herkommen, wer wir sind und was uns ausmacht. Manche Schätze geben uns auch einfach Kraft. Feli´s Geschichte rührt mich besonders an, weil mein Vater verstarb als ich 4 Jahre alt war und ich kaum Erinnerungen habe. Dass sie dieses Rezept gut bewahrt hat und dieser Salat jetzt auch einen ganz besonderen Platz in unserer Kochbroschüre finden wird, macht mich ganz froh und ich bin sehr dankbar, dass ich davon erfahren durfte und es Ihnen auch weitererzählen konnte. Hausaufgabe für heute – einen lieben Menschen ruhig mal nach dem Rezept des Lieblingsgerichtes fragen, darüber freut sich derjenige sicher auch, ist es doch ein wirklich schönes Kompliment.

Bis zum nächsten Mal mit einem Rezept aus Syrien, dann gibt es Taboulé.

Ihre Nici Friederichsen

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