Tabouleh von Layla

Die Köchin des Tages macht uns heute Taboulé

Layla Mohamed (39) aus Burgwedel (ursprünglich Syrien)

Das Team heute besteht aus Edda Wilkening und Marita Heuchert an der Kamera und Layla am Schneidebrett

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Layla Mohamed

Schon vor Wochen habe ich Layla auf mein Projekt angesprochen und sie gefragt ob sie evtl. auch mal übersetzen könnte, wenn jemand von den Geflüchteten noch nicht so gut deutsch spricht. „Gar kein Problem, Nici“, diesen Satz hört man oft von Layla. Vor 16 Jahren ist Layla mit ihrem Mann und zwei Kindern aus Syrien geflüchtet. Damals gab es keinen Sprachunterricht und Ehrenamtliche, die sie schon am Bahnhof empfangen haben. Es war eine andere Zeit und die kleine Familie wusste schnell, die einzige Chance ist es die Sprache zu lernen. Das hat die Familie in viel Eigenleistung, mit Engagement und Unterstützung dann auch geschafft. Layla fühlt sich inzwischen als Burgwedlerin, einen deutschen Pass hat sie schon lange. Sie hat nicht nur zwei Jobs, sondern inzwischen 5 Kinder, ist im Schulvorstand vom Gymnasium und engagiert sich ehrenamtlich in der Pestalozzistiftung vor Ort und ist Ansprechpartner für unendlich viele Familien in Burgwedel. Zudem kocht Lalya umwerfend gut. Von ihr habe ich mir Taboulé gewünscht – einen traditionellen arabischen Salat…gar kein Problem, Nici…

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Zunächst haben wir den Einkauf zusammen erledigt und waren in einem kleinen und feinen Spezialitätengeschäft für arabische Zutaten. Schon im Blogbeitrag von Hasan habe ich davon erzählt. Taboulé braucht sehr frische Zutaten. Hauptbestandteil sind neben Tomaten, Gurken und Romasalat mindestens 2 Bund glatte Petersilie. Da alles bekommen wir auch, fehlt noch Pfefferminze – vielleicht können wir die bei Hinrich Schulze vom Gasthaus Lege finden, denn dort hat Layla ja für uns geschnibbelt.

Das Geheimnis von Taboulé ist sicherlich die feine Schnittweise der Zutaten. Dazu braucht es natürlich ein sehr scharfes Messer, denn sonst matschen die Zutaten. Die Gurke muss man zusätzlich von den Kernen befreien. Der Bulgur für das Rezept wird erst kurz vorher eingeweicht und dann mit Zitronensaft und Salz untergemengt. Hier ist es wichtig feinen Bulgur auszusuchen – in unserem Fachgeschäft können wir aus mehr als 10 Sorten wählen.

Auch während unseres Kochens übersetzt Layla nebenbei für mich oder Frau Zottel von der Zeitung, wir scherzen in der vollen Küche und als wir draußen das Rezept (das gibt es ja in der Broschüre und später dann auch im Blog) durchgehen wird es auch nochmal ernst. Die jetzige Fluchtwelle löst viele Erinnerungen bei Layla aus. Burgwedel ist ihr zuhause, alle Menschen sind ihr in all den Jahren mit Freundlichkeit, Respekt und Akzeptanz begegnet. Syrien vermisst sie nicht, nur die Menschen die dort geblieben sind. Was sie sehr belastet und traurig stimmt, sind die Geflüchteten die die Sprache nicht können, damit bleiben viele Türen verschlossen. „Das tut mir weh“, sagt Layla. Wie gut für viele Geflüchtete aus Burgwedel, dass Layla da ist und in ihrem gefühlten 48 Stunden Tag hilft wo sie kann. Uns hat sie jedenfalls eine fantastische Beilage beschert. Um es mit den Worten von Hasan zu sagen: „This Taboulé ist so lecker!“

Im nächsten Beitrag gibt es ägyptische Mulokya von Magda, ein weiteres Patenrezept von Hinrich Schulze.

Bis dahin

Ihre Nici Friederichsen

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