Qabuli Palaw trifft Bulani

Die Köchin des Tages bereitet für uns gleich zweierlei zu und ich muss mich am Ende für Qabuli Palaw oder Bulani entscheiden…ich glaub ich weiß es auch schon.

Parwana Bina (26) aus Kabul in Afghanistan

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Parwana Bina

Da wir immer noch in Wedel sind wieder mit Kirsten Wilke und Catharina Peppel an der Kamera und Haroon und Asra Bina.

Kaum haben wir uns von Gesa Hartmann verabschiedet, den Geschmack der Birnen noch im Mund, dürfen wir bei Familie Bina zu Gast sein. Der wunderschön gedeckte Tisch im Wohnzimmer haut uns um und auch die Vorbereitungen sind schon im vollen Gange. Parwana wird für uns kochen, derweil ihr Mann Haroon die kleine Asra zu unserem Entzücken durch die Wohnung trägt.

Die Vorfreude auf diesen Termin war groß, wenngleich wir auch hier mal wieder eine perfekt vorbereitete Speisenfolge in der Küche vorfinden. Der Teig ist schon fertig, alles geschnippelt und Parwana, zunächst noch etwas schüchtern, lässt uns sofort in die Töpfe schauen und schon sind wir mittendrin in Afghanistans Küche.

Für ein Qabuli Palaw ist es ähnlich wie bei bei dem Gericht von Mubarak und Zainab, die ja auch das afghanische Nationalgericht für unser Treffen gewählt hatten. Fleisch, hier hat Parwana Kalb genommen, wird im Schnellkochtopf mit Zwiebeln gegart und danach mit dem vorher eingelegten Reis gemischt. Hier wird aber nichts gerührt, sondern die Möhrenraspel und Rosinen, die auch zu dem Rezept gehören, werden abwechselnd mit dem Reis und Fleisch geschichtet. Haroon spricht etwas besser Deutsch als Parwana und beide können uns alle Arbeitsschritte erklären und auch über sich erzählen. Die junge Familie ist vor 1,5 Jahren nach Deutschland gekommen und die Geschichte dazu ist glücklich ausgegangen, auch wenn es zwischenzeitlich gar nicht hoffnungsvoll aussah. Heute lebt die 4köpfige Familie (Ali war noch im Kindergarten) mitten in Wedel und ist sehr gut integriert. Es gibt Freunde aus allen möglichen Ländern, die Kontaktmöglichkeiten durch die kleinen Kinder sind natürlich eine große Hilfe und die Beiden sind so aufgeschlossen, dass es einfach Freude macht ihr Gast zu sein.

Ja, und als ob wir verhungert aussehen hat Parwana auch noch Bulani vorbereitet. Das sind gefüllte Teigtaschen, die mit unterschiedlichen Zutaten gefüllt werden. Heute gibt es gleich mehrere Varianten. Eine Kombination aus Zwiebeln und Spinat, die während ihrer kurzen Garzeit noch mit Salz, Pfeffer und Chilipulver abgerundet werden. Die andere Variante ist aus gestampften Kartoffeln, Zwiebeln oder einfach schlicht mit rohem Lauch gefüllt.

Die Taschen wurden dann in reichlich Öl appetitlich braun gebacken. Derweil musste unsere Fotografin etwas drängeln, denn die Zeit war so dahingerast und Catharina hatte selbst noch ein Kind abzuholen. Aber schnell noch probieren und ein paar Fotos für das Buch gemacht und schon war sie weg. Danke an dieser Stelle an alle meine fotografischen Helfer – ihr seid großartig!  Mögen alle afghanischen Landsleute uns verzeihen, dass wir einfach beide Gerichte auf einem Teller abgelichtet haben, aber das würde ich jetzt auch mal unter Integration laufen lassen.

Haroon und Kirsten haben sich mal bei der Tafel in Wedel kennengelernt und so kam auch der Kontakt zustande. Wir erzählen beim Essen viel über Familie, Heimweh, Zukunftspläne und die Kinder. Ich bin fasziniert als ich höre, dass Parwana als eine Art Trainerin in Afghanistan gearbeitet hat, um Landsleuten den Weg in die Selbständigkeit durch den Verkauf von Säften und Chutneys zu ermöglichen. Ich denke gleich an einen Kurs für Chutney Herstellung an der Volkshochschule…wir reden über Fußball, denn Haroon ist Fußball-Trainer, über Babys und wie toll es ist, dass Ali schon fließend Deutsch spricht. Wir zeigen uns Fotos, lachen, essen und ich bin froh, dass ich in Wedel zu Gast sein durfte! Danke!

Im nächsten Beitrag berichte ich aus Steinheim an der Murr, dort gab es Dolma. Ja, und meine Abschlussfotos sind von mir – denn in Wedel gibt es auch echten Strand und dort habe ich mit Kirsten den Tag ausklingen lassen.

Bis dahin sonnige Grüße

Nicole Friederichsen

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