Was macht eigentlich Layla?

Im Team Thönse hat Layla Mohamed aus Burgwedel uns mit ihrem Taboulé erfreut. Nun habe ich sie und ihren Mann Raed besucht.

Schon früh war klar, dass dieses Projekt sich nicht nur auf den Teil des Kochens beschränken soll. Ich möchte hier auch zeigen, was aus den Teilnehmern geworden ist. Wie geht es weiter, was läuft gut, was fehlt und wo sind sie jetzt?

Bei Layla ist das einfach. Wir leben im selben Ort und mögen uns schon lange Jahre. Unsere Lebenswege kreuzen sich regelmäßig. Deswegen mache ich es mir einfach und beginne auch wieder in Burgwedel mit diesem Teil des Projektes.

Noch bevor unser Buch erschienen ist hat Layla den Schritt in die Selbständigkeit gewagt und mitten in der Fußgängerzone in Burgwedel den „Cham Markt“ eröffnet. Ein Geschäft mit Zutaten für viele arabische, kurdische, afghanische, irakische, deutsche….Gerichte. Hier findet man Granatapfelmelasse, Bulgur, spezielle Gewürzmischungen und Laylas Aufstriche und eingelegten Oliven. Aber auch arabische Teegläser, Seifen und sogar auch Rapshonig. Aber noch viel wichtiger ist – der Markt wird zu einem Treffpunkt. Schüler kommen nach dem Unterricht zu Layla und bitten um Rat. Junge Mütter nutzen am Vormittag den Einkauf zum kleinen Plausch. Bei einem Tee kommen die Menschen ins Gespräch, unabhängig von ihrer Herkunft. Das wollte ich ausnutzen und anlässlich der internationalen Wochen gegen Rassismus gezielt das Miteinander hervorheben. So haben Layla, Raed und ich uns entschieden einen Tag der offenen Tür zu veranstalten. „Baklava trifft Streuselkuchen“

Schon während der Planung hatten wir viel Spaß. Eine lange Liste die wir abgearbeitet haben und die Layla mit Hilfe ihrer Familie erledigt hat. Ihre Kinder helfen im Laden genauso wie ihre Schwester. Durch unsere gemeinsame Veranstaltung sind so viele Menschen auf ihr Geschäft aufmerksam geworden und haben bei Tee und Kuchen gute Gespräche geführt. Das ist es was Layla sich wünscht. Ein Markt der Kulturen, der verbindet und nicht unterscheidet. Eine Grundlage durch das Geschäft, die vielleicht einmal finanziell die Familie trägt. Ein Ort, wo die Menschen sich wohl fühlen und in dem die Burgwedeler gerne einkaufen gehen. Wo Neugier auf die Zutaten und Gerichte aus aller Welt herrscht und wo wir voneinander lernen können.

Gastfreundschaft ist selbstverständlich für Layla und ihre Familie. Freundschaft ist ihr auch ein hohes Gut. Selbstlos ist sie oft und manchmal denke ich, wie kann sie das alles nur unter einen Hut bringen? Woher kommt diese grenzenlose Hilfsbereitschaft? Diese Ausstrahlung: „Ich schaffe das – mit meiner Familie. Sicherlich ist das ein großer Rückhalt und Kraftgeber. Eine Familie die füreinander einsteht. gute Freunde mit denen sie gute Zeiten hat. Layla ist mein Paradebeispiel für eine wundervolle Integration. Vor 18 Jahren gab es keine Sprachkurse und ehrenamtliche Lotsen. Die Kinder kamen nicht automatisch in die Schule oder den Kindergarten. Aber es gab schnell Freunde, die mit einer Unterschriftensammlung den Weg in die Volkshochschule freigemacht haben, um der Familie einen Sprachkurs zu ermöglichen. Das war ein Kraftakt damals für Layla und die Familie. Deswegen fällt es ihr manchmal schwer zu verstehen, warum einige Landsleute nicht ehrgeiziger im Erlernen der deutschen Sprache sind. Deswegen ermutigt sie unentwegt und hat mit ihrem Cham Markt einen Ort geschaffen, an dem wir Burgwedeler uns begegnen können. Beim Einkaufen. Zusammen Tee trinken. Fragen wie man das Brot verwendet. Wie lange der Bulgur ziehen muss, oder woraus Baklava eigentlich besteht. An dem Tag der offenen Tür höre ich oft von den Familienmitgliedern: „Gar kein Problem.“ Hier glaube ich das gern und bin selbst erfüllt davon, dass die Familie sich getraut hat diesen Schritt zu gehen. Ich wünsche ihr alles Glück der Welt und viel Erfolg!

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Am 07. April sind wir erstmal zusammen in Berlin und dann schauen wir mal mit wem ich danach weitermache. Schöne Geschichten gibt es in der Tat genügend zu erzählen.

Bis dahin,

Ihre und Eure

Nici Friederichsen

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